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ASCO-SONNEBERG - Mollisia

Mollisia-alni-corticis-110516-01xs


Erlenrinden-Weichbecherchen
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Mollisia alni-corticis nom. prov. I. Wagner
Erlenrinden-Weichbecherchen

Makroskopie:
größtes Apothezium 1,2 mm, meist viel kleiner, gesellig, aber weder büschelig noch rasig, auf der Rinde wachsend, zunächst mit Rand und hellgrau, später auch flachkonvex, ungerandet mit ungleichmäßigem Umriss, weiß bis hellgrau, mitunter etwas karamellfarben.
 
Bemerkung 18.05.2011:
Makroskopie spricht eigentlich für Mollisia benesuada, mikroskopisch sind keine gravierenden Unterschiede festzustellen, aber die Sporen sind im Schnitt deutlich zu lang und der Ölinhalt ist geringer.

Bemerkung 2 vom 02.08.2014:
Nach einem sehr ähnlichen Fund, nämlich der jetzigen Mollisia-alni-corticola-140729 (damals noch als M-fusca-cf benannt), mit gleicher Ökologie und gleichem Substrat und nur sehr schwacher KOH-Reaktion der Paraphysen wurde der Fund vorerst in Mollisia cf. fusca umgetauft.

Bemerkung 3 vom 24.08.2014:
Nach weiteren Mollisia-Funden auf liegenden, noch berindeten Erlenästen mit ähnlicher Miroskopie wird der Fund in ein Verzeichnis mit dem provisorischen Namen Mollisia alni-corticis überführt.
Die beschriebene Karamellfarbe ist bei Folgefunden nicht aufgetreten. Viel häufiger und auffälliger ist das milchweiße Ausbleichen.
Dennoch werde ich für diesen Fund zunächst ein “cf.“ setzen wegen ebendieser Karamellfarbe und dem scheinbar strikt polarem Inhalt in den Sporen. Theoretisch könnte es wohl auch eine Mollisia fusca mit verkannter KOH-Reaktion sein.

Bemerkung 4 vom 25.08.2014:

Von der Farbbeschreibung und der Tropfenverteilung in den Sporen wäre vielleicht Mollisia velenovskyi nom. nov. Gminder (= Tapesia alpina Velen.) sehr passend.
Gminder, A. 2006. Studies in the genus Mollisia s. l. II: Revision of some species of Mollisia and Tapesia described by J. Velenovský (part 1). Czech Mycology. 58(1-2):125-148
Zitat Andreas Gminder dort:
T. alpina is in many respects similar to Mollisia fusca (Pers.) P. Karst., but differs
by the following characters:
– KOH-reaction negative
– content of the ascospores consisting of only few tiny drops
– marginal cells on average less broad but slightly longer, sometimes 2-3-celled
– subicular hyphae with thinner walls (< 1 μm), not swelling in KOH mounts
– hymenium becoming ochraceous with age, initially seemingly pure grey
These differences, although mainly quantitative, make T. alpina a well recognisable,
independent species and so far I have not been able to identify it with an
older taxon. Therefore T. alpina is regarded as a good species.
As the epithet cannot be transferred to Mollisia because of the existence of the name Mollisia
alpina Rostr., the species must have a new name:
Mollisia velenovskyi Gminder nom. nov.
S y n . : Tapesia alpina Velen., Monogr. Discom. Bohem., p. 132, 1934; non
Mollisia alpina Rostr., Medd. Groenl. 3: 609, 1891.

Allerdings wird in der Beschreibung von einem deutlichen Subikulumfilz geredet:
”Apothecia small, 0.8–3 mm diam., seated on a strongly developed brown subiculum,....”
Womöglich ist der dort beschriebene Fund ebenfalls nur Mollisia fusca mit zerstörter KOH-Reaktion.

Funddaten:
16.05.2011, Deutschland, Thüringen, Sonneberg, Sonneberg-Bettelhecken, “Mürschnitzer Sack“, Teich (MTB 5632/24), an Unterseite von liegenden Erlenästchen in sumpfig-morastigem Gebiet.

 


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